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Moderne Apfelsorten

'Elstar' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Elstar

Die Sorte ‚Elstar‘ wurde 1972 aus den Sorten ‚Golden Delicious‘ x ‚Ingrid Marie‘ in Holland gezüchtet. Die Früchte sind mittelgroß, haben eine leicht abgeflachte Form, eine angenehme Schale und eine sehr freundliche hellrote Deckfarbe. Selten sind die Früchte vollflächig gefärbt, sodass der typische goldgelbe Untergrund gut sichtbar wird.

Das Fruchtfleisch ist saftig, mittelfest und besitzt einen sehr würzig-fruchtigen Geschmack mit angenehmer säuerlicher Note. Die Bäume sind sehr starkwachsend und robust, der Ertrag ist leider etwas unregelmäßig.

Die Genussreife beginnt bei ‚Elstar‘ bereits mit der Ernte ca. Mitte August. Unter guten Lagerbedingungen bleibt Elstar bis in den Frühsommer frisch. Bei Überreife verliert Elstar kaum an Geschmack, wird auch nicht mehlig sondern nur etwas weicher. Durch die feine Säure eignet sich dieser Apfel besonders gut für Apfelkren, herzhafte Obstsalate und harmoniert mit cremigem Weinkäse. Auch zur Verarbeitung in Strudel oder für Apfelmus ist diese Sorte bestens geeignet.

Gala

Die Sorte ‚Gala‘ wurde 1943 in Neuseeland aus den Sorten ‚Kidds Orange‘ x ‚Golden Delicious‘ gezüchtet und ist seit 1960 in Vermehrung. Die glatte, glänzende Schale hat eine intensive rot gestreifte Färbung auf hellem Untergrund. Die Frucht ist klein bis mittelgroß, hochgebaut und optisch sehr ansprechend.

Das Fruchtfleisch ist leicht gelblich und hat einen aromatischen, süßen Geschmack mit niedrigem Säuregehalt. Das Fruchtfleisch ist angenehm saftig und knackig, wird bei unsachgemäßer Lagerung oder zu später Ernte etwas fad im Geschmack und mehlig.

Genussreif sind die Früchte sofort ab Erntebeginn mit ca. Ende August. Unter guten Lagerbedingungen ist die Sorte bis in den Sommer des Folgejahres verfügbar. Der überzeugende Geschmack, das feinzellige und saftige Fruchtfleisch und das schöne Aussehen ließen diese Sorte innerhalb weniger Jahrzehnte in den Kreis der weltweit fünf bedeutendsten Sorten aufsteigen. ‚Gala‘ eignet sich gut zum Backen oder als Bratapfel und ist durch den geringen Säuregehalt vor allem bei Kindern sehr beliebt.
'Gala' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
'Golden Delicious' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
 

Golden Delicious

Diese Apfelsorte wurde bereits um 1890 in West Virginia (USA) als Zufallssämling entdeckt und wird seit 1914 verbreitet. ‚Golden Delicious‘ ist ein süßaromatischer Apfel mit einer hellgeben Schale auf hellgrünem Hintergrund. Auf der Sonnenseite kann die Frucht eine zarte rote Backe haben. Die Früchte sind mittelgroß und haben besonders auf der besonnten Seite typische Lentizellen (als helle Punkte sichtbare Korkstellen).

Das Fruchtfleisch ist ausreichend saftig und mittelfest, hat ein mild süßes Aroma und einen geringen Säuregehalt. Die Schale von ‚Golden Delicious‘ ist angenehm dünn und das Fruchtfleisch sehr feinzellig.

Die Genussreife beginnt mit der Ernte im September. Aufgrund perfekter Lagereigenschaften ist ‚Golden Delicious‘ ganzjährig aus heimischer Produktion verfügbar. Dieser überwiegend süße Apfel mit seinem zarten Aroma eignet sich hervorragend zum Backen und harmoniert sehr gut mit Blauschimmelkäse. Das Fruchtfleisch ist sehr feinzellig und bleibt auch bei der Verarbeitung sehr hell. Durch diese perfekten Verarbeitungseigenschaften wird diese Sorte gerne für Apfelmus und für Babynahrung verwendet

Jonagold

Der Apfel ‚Jonagold‘ wurde 1943 aus einer Kreuzung der Sorten ‚Golden Delicious‘ x ‚Jonathan‘ in den USA gezüchtet. Die eher großen Früchte sind überwiegend orangerot bis erdbeerrot gefärbt, meist etwas verwaschen. Das hellgelbe Fruchtfleisch ist feinzellig, zeichnet sich durch eine besondere Saftigkeit aus und besitzt eine mittlere Festigkeit.

Der Geschmack ist überwiegend süß, aromatisch und besitzt eine angenehme, zarte Säure. Die Bäume neigen zu stärkerem Wachstum sind aber nur mäßig anfällig gegenüber Pilzkrankheiten.

‚Jonagold‘ ist bereits mit der Ernte im September genussreif. Die Lagerfähigkeit ist sehr gut und ermöglicht die Verfügbarkeit bis in den Sommer. Bei Überreife wird die Schale etwas wachsig und es überwiegt der süße Geschmack. Die großen Früchte eignen sich perfekt zum Backen, für Obstsalate, Kompott, Chutney und frischgepresste Säfte.
Jonagold ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
'Evelina'® ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
 

Pinova / Roho 3615 (Evelina®)

Diese Apfelsorte wurde 1986 in Deutschland aus den Sorten ‚Clivia‘ x ‚Golden Delicious‘ gezüchtet. ‚Roho 3615‘ (Evelina®) ist eine europäische Clubsorte, die aus der Sorte ‚Pinova‘ hervorgegangen ist.  Die Früchte sind mittelgroß und haben einen goldgelben Grundton mit einer sehr ansprechenden orangeroten bis leuchtendroten, leicht gestreiften Deckfarbe. Die Früchte haben eine robuste Schale und sind sehr gleichmäßig kegelförmig geformt. 

Das Fruchtfleisch ist cremefarbig, fest und knackig, mit einer deutlichen Zellstruktur. Der Geschmack ist überwiegend süß aromatisch mit mäßiger Saftigkeit.

Die Genussreife beginnt im November und dauert unter modernen Lagerbedingungen bis in den Sommer. Die Bäume sind regelmäßig reichtragend und wenig anfällig gegenüber Apfelschorf. Neben dem Frischverzehr eignen sich ‚Pinova‘ und Evelina® gut für Kompott, Chutney oder Mehlspeisen.

Idared

Die Sorte ‚Idared‘ entstand 1942 aus einer Kreuzung der Sorten ‚Jonathan‘ x ‚Wagenerapfel‘ in den USA. Die sehr glatte, aber etwas festere Schale garantiert eine perfekte Haltbarkeit der Früchte. ‚Idared‘ zählt zu den 2-färbigen Sorten, überwiegend sind die Früchte karminrot gefärbt, die Grundfarbe ist hellgrün. Das Fruchtfleisch ist sehr hell und feinzellig, die Festigkeit ist mittel. Die Sorte ‚Idared‘ ist sehr reichtragend, bis auf Mehltau wenig anfällig für Pilzkrankheiten und der ideale Lagerapfel. Auch im Naturlager bleibt dieser robuste Apfel lange frisch.

Der Geschmack ist mild, mäßig süß mit angenehmer säuerlicher Note und einem zarten Aroma.

‚Idared‘ wird erst im Spätherbst geerntet und benötigt danach noch einige Wochen bis zur Genussreife, gut gelagerte Äpfel sind angenehm erfrischend. Verwendet wird Idared hauptsächlich als Tafelapfel, wegen seiner angenehmen Säure ist diese Sorte aber auch gut zum Backen oder für Bratäpfel geeignet.
Idared ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
'Braeburn' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Braeburn

Diese Sorte wurde um 1952 als Zufallssämling in Neuseeland entdeckt. Die Früchte sind mittelgroß, mit gelbgrüner Grundfarbe und einer kräftigen rot bis rotbraunen Deckfarbe.

‘Braeburn‘ ist ein festfleischiger Apfel, schmeckt süßsäuerlich und besitzt ein ausgeprägtes Aroma. Das Fruchtfleisch ist leicht grünlich, hat eine deutliche Zellstruktur und mittlere Saftigkeit.

Die Reife dieser reichtragenden Sorte ist erst Ende Oktober, danach brauchen die Früchte noch einige Wochen bis zur idealen Genussreife. Unter guten Bedingungen ist Braeburn bis zum Frühsommer gut lagerfähig, auch im Kühllager bleibt ‚Braeburn‘ lange frisch. ‚Braeburn‘ harmoniert mit kräftigen Käsesorten und eignet sich bestens für Obstsalate und für die Küche. In der Verarbeitung zu Saft, Most oder Edelbränden bringt diese Sorte ein sehr ausgeprägtes Aroma.

Topaz

Die Apfelsorte ‚Topaz‘ entstand 1984 durch eine Kreuzung der Sorten ‚Rubin‘ x ‚Wanda‘ in Tschechien. Die kleinen bis mittelgroßen Früchte haben ein festes, knackiges Fleisch mit intensiv würzigem, süßsäuerlichem Aroma. Die Schale ist in der Grundfarbe gelb und hat eine leuchtend orangerote bis dunkelrot marmorierte Deckfarbe. Häufig geben typische Schalenberostungen dem Apfel ein sehr robustes und uriges Aussehen.

​,Topaz‘-Äpfel werden erst spät im Oktober reif und benötigen danach noch mehrere Wochen bis sich die Säure etwas reduziert und der ausgezeichnete Geschmack voll zur Geltung kommt.

Aufgrund der Resistenz gegenüber der Schorf-Krankheit zählt Topaz zu den wichtigsten Sorten in der biologischen Anbauweise. Durch die feine Säure eignet sich diese Sorte neben dem Frischverzehr besonders gut für die Verarbeitung.
'Topaz' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
'Fuji' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Fuji

Die Sorte ‚Fuji‘ ist die weltweit am meisten angebaute Apfelsorte und wurde 1939 in Japan aus den Sorten ‚Ralls Janet‘ x ‚Red Delicious‘ gezüchtet. Die Früchte sind mittelgroß bis groß und haben eine grünlich-gelbe Grundfarbe und eine rosa bis bräunlich-rote gestreifte Deckfarbe.

Die Äpfel haben einen leichten Duft, eine dünne Schale und ein außergewöhnlich saftiges Fruchtfleisch mit sehr süßem Geschmack. Die Kombination von Saftigkeit, intensiver Süße und geringer Säure bringen ein besonderes Geschmackserlebnis. Das Fruchtfleisch ist cremefärbig, feinzellig und hat eine angenehme Festigkeit.

Die Sorte neigt zu starkem Wachstum, unregelmäßigen Erträgen und wird erst Ende Oktober bis Anfang November pflückreif. Die Genussreife von ‚Fuji‘ beginnt erst Mitte November. Aufgrund der guten Haltbarkeit kann diese Sorte unter modernen Lagerbedingungen bis in den Sommer angeboten werden. Der knackige Fuji eignet sich sehr gut für den Frischverzehr, wegen seines süßen Aromas ist er aber auch für Kompotte oder Apfelstrudel gut geeignet.

Kronprinz Rudolf

‚Kronprinz Rudolf‘ ist die einzige alte Apfelsorte, die noch heute im erwerbsmäßigen Tafelobstanbau eine Bedeutung hat. Die Sorte stammt aus der Steiermark und wurde bereits 1878 bekannt. Die sehr dünne Schale ist glatt und glänzend, mit einer grünlichen Grundfarbe mit leuchtend roter Backe auf der Sonnenseite. Der Apfelbaum ist sehr robust, bringt nur mittelhohe und unregelmäßige Erträge und benötigt viel Handarbeit beim Einstellen der idealen Fruchtzahl.

Die Früchte sind klein bis mittelgroß und flachrund geformt. Das Fruchtfleisch ist hell grünlichweiß, sehr feinzellig, saftig und zunächst mittelfest. Der Geschmack ist zart würzig süß, mit leichter Säure und einer sehr eleganten Note. Gut besonnte und ausgereifte Früchte sind ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Schattenfrüchte und unreife Früchte schmecken enttäuschend.

Die Genussreife beginnt im Oktober und dauert bei guter Lagerung bis ca. Juni. Der zarte Geschmack und der intensive Duft sind einzigartig und begeistert Liebhaber. Auch bei Überreife werden die Früchte nicht mehlig und behalten den sehr edlen Geschmack. Dieser Apfel eignet sich am besten als Tafelapfel und hervorragend zu einer deftigen Jause, lässt sich auch gut zu Strudel oder Apfelmus verarbeiten.
 
'Kronprinz Rudolf' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Neue Tafelapfelsorten / Marken

Minneiska / SweeTango®

Die Apfelsorte ‚Minneiska‘, die unter dem Namen SweeTango® vermarktet wird, wurde in den USA aus den Sorten ‚Honeycrisp‘ x ‚Zestar‘ gezüchtet. ‚Minneiska‘ ist eine robuste Frühsorte mit guter Haltbarkeit und hervorragenden Fruchteigenschaften. Die Früchte sind mittelgroß, haben eine intensiv rote Deckfarbe und sind dafür bekannt sehr saftig und besonders knackig zu sein.

Dieser Apfel hat einen süßen Geschmack mit sehr feiner Würze und ist bereits ab Anfang August genussreif. ‚Minneiska‘ ist derzeit im Segment der früh reifenden Apfelsorten geschmacklich unübertroffen und besitzt für einen Sommerapfel eine sehr gute Haltbarkeit.

 

Nicoter / Kanzi®

Die noch relativ neue Apfelsorte ‚Nicoter‘ wird unter der Marke Kanzi® als Clubsorte geführt. Dieser Apfel entstand in Belgien aus den beiden Sorten ‚Gala‘ x ‚Braeburn‘. Die Schale hat eine leuchtend hellgelbe Grundfarbe und eine leuchtend hellrote Deckfarbe. Die Früchte haben ein sehr feinzelliges, knackiges Fruchtfleisch und sind ausgesprochen saftig und fein aromatisch.

Der Geschmack ist überwiegend süß mit einer sehr angenehmen feinen Säure. Die Genussreife beginnt im Oktober, unter modernen Lagerbedingungen bleiben die Früchte bis in den Sommer frisch. ‚Nicoter‘ bringt nur mittelhohe Erträge, liegt aber beim Geschmack im absoluten Spitzenfeld.
 

Scifresh / Jazz™

Die Sorte ‚Scifresh‘ wird als Clubsorte mit dem Namen Jazz™ vermarktet, und wurde in Neuseeland aus den beiden Sorten ‚Gala‘ x ‚Braeburn‘ gezüchtet. Die Äpfel sind klein bis mittelgroß, mit gelber Grundfarbe und mattroter bis orangeroter Deckfarbe. Das Fruchtfleisch ist sehr fest und knackig, mäßig saftig und besitzt eine deutliche Zellstruktur.

Der Geschmack ist süßlich mit einer leicht säuerlichen Note.

 

Fengapi / Tessa®

Der Apfel ‚Fengapi‘, unter dem Markennamen Tessa® verkauft, entstand aus einer Kreuzung der Sorten ‚Gala‘ x ‚Cripps Pink‘. Die Früchte haben eine leuchtend rote Deckfarbe auf gelblichem Grund und an der schattenzugewandten Seite eine leichte rote Streifung. Die Fruchtform ist länglich, leicht walzenförmig und optisch sehr ansprechend. Das Besondere an der Frucht ist die ausgezeichnete Kombination von Fruchtfleischfestigkeit, Knackigkeit und der feinen Zellstruktur. Die Schale ist robust und das Fruchtfleisch überwiegend trocken. 

Der Geschmack ist süß mit einer geringen Säure und einem zarten Aroma. Die Haltbarkeit der Früchte ist sehr gut.

 

SQ 159 / Natyra®

Die neue Sorte ‚SQ 159‘ mit dem Markennamen Natyra® wird mittlerweile kleinflächig angebaut und findet vor allem im Biobereich Anklang. Die besonderen Eigenschaften dieser Sorte sind die Schorf-Resistenz und der hervorragende Geschmack. Die Bäume sind eher schwachwüchsig und erzielen mittelhohe, aber regelmäßige Erträge.Die Früchte sind klein bis mittelgroß, mit einer leuchtend dunkelrot verwaschenen Deckfarbe mit gelblicher Grundfarbe. Das Fruchtfleisch ist ausgesprochen feinzellig, saftig und knackig.

Der Geschmack ist hervorragend süß-würzig. Die Reife beginnt im Oktober, die Haltbarkeit ist sehr gut.

Die Optik entspricht bei ‚SQ 159‘ nicht ganz der heutigen Vorstellung von einem makellosen Aussehen, umso mehr überzeugt diese Sorte mit den überragenden Genusseigenschaften.

 
'Natyra' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
Bonita ©Anna Kleinschuster, LK Steiermark

Bonita

Die Apfelsorte ‚Bonita‘ wurde in Tschechien aus den Sorten ‚Topaz‘ x ‚Cripps Pink‘ gezüchtet. Die Frucht ist mittelgroß, flachkugelig und bekommt eine leuchtend hellrote bis leicht bräunliche Deckfarbe. Das Fruchtfleisch ist hell, sehr fest und feinzellig. 

Die Früchte schmecken angenehm saftig, sind ausreichend süß und haben eine deutliche säuerliche Note. Diese Sorte ist widerstandsfähig gegen Apfelschorf und eignet sich daher auch gut für den Bioanbau. Die Genussreife beginnt im Oktober.


 
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