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Alte Sorten für die Obstverarbeitung

McIntosh

Die Sorte ‚McIntosh‘ entstand in Kanada als Zufallssämling und ist seit 1796 bekannt. Die Früchte sind mittelgroß und haben eine gelbgrüne Grundfarbe, eine dumpfrote Deckfarbe und eine deutliche Bereifung. Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß, saftig, hat eine mäßige Festigkeit und einen süßsäuerlichen, erfrischenden Geschmack.

​Die Früchte haben ein unverwechselbares Aroma, das typisch für die Gruppe der Rosenäpfel ist. Die Früchte reifen bereits früh im Herbst und sind nicht für längere Lagerung geeignet, daher wird ‚McIntosh‘ heute auch kaum noch als Tafelapfel genutzt. Durch das sehr ausgeprägte Aroma eignen sich die Früchte jedoch hervorragend für die Verarbeitung zu Most und Edelbränden, aber auch für Kuchen.

Gravensteiner

Die Apfelsorte ‚Gravensteiner‘ entstand in Dänemark als Zufallssämling und ist bereits seit 1669 bekannt. Die Schale ist glatt, leicht wachsig mit einer grünlichen bis gelben Grundfarbe und an der Sonnenseite rot gestreiften und gepunkteten Deckfarbe. Das Fruchtfleisch ist hellgelb, saftig mit mäßiger Festigkeit. Der Geschmack ist süßsäuerlich mit einer kräftigen Würze.

Die Bäume sind starkwachsend und ergeben große, robuste Baumkronen. Gravensteiner werden aufgrund der stark schwankenden Erträge und der kurzen Haltbarkeit heute kaum noch als Tafeläpfel angebaut.

Im Bereich der Verarbeitung werden die Früchte aufgrund des sehr ausgeprägten Aromas jedoch als echte Spezialität gehandelt. Die Früchte sind groß, reifen bereits Mitte August und sind sofort genussreif. Die Haltbarkeit ist auf den Herbst beschränkt.
'Gravensteiner' ©Muster Herbert, LK Steiermark

Steirischer Maschanzker

Die alte Apfelsorte ‚Steirischer Maschanzker‘ ist vermutlich in der Steiermark entstanden und wurde 1877 zum ersten Mal beschrieben. Die Früchte sind klein, leicht abgeflacht und haben eine glatte Schale mit sonnengelber Grundfarbe und an der Sonnenseite eine zarte rote Backe. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, saftig und fest, hat ein angenehmes intensives Aroma und eine nur milde Säure.

Reife Früchte verströmen einen frischen sortentypischen Duft. Die Früchte reifen im September und ergeben bei Verarbeitung zu Most, Säften und Edelbränden einen unverwechselbaren, sortentypischen Geschmack.
 

Ilzer Rosenapfel

Der 'Ilzer Rosenapfel‘ ist ein Zufallssämling aus der Oststeiermark und geht auf das Jahr 1840 zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieser Apfel zu einer der Hauptsorten in der Steiermark. Die Früchte sind klein bis mittelgroß und haben eine glatte, wachsbereifte Schale, die sich schön aufpolieren lässt. Die Grundfarbe ist grünlich-gelb, größtenteils überdeckt von einer ansprechend rosa bis hellrot gestreiften, teilweise verwaschenen Deckfarbe. Die Reife erfolgt Ende September, die zu erwartenden Erträge sind nicht übertrieben hoch.

Das Fruchtfleisch ist hell, mäßig saftig und fest mit einem süßsäuerlichen, harmonischen Geschmack. Der Name 'Ilzer Rose' oder 'Ilzer Weinler' kommt nicht von ungefähr. Bei guter Ausreifung erreichen die Früchte eine an Rosenduft erinnernde Aromatik. Der ‚Ilzer Rosenapfel‘ wird überwiegend für die Verarbeitung zu Säften und Most verwendet. Bei Vergleichsverkostungen schneiden reinsortige Produkte immer wieder herausragend ab.
'Ilzer Rose' ©Muster Herbert, LK Steiermark
'Schafnase' ©Thünauer Georg, LK Steiermark

Steirische Schafnase

Diese Sorte entstand um 1800 in der Steiermark und ist in der Region bis heute verbreitet. Die Früchte sind überwiegend klein, sehr hochgebaut, walzen- bis kegelförmig. Die Schale ist leicht wachsig und hat eine grüngelbe bis gelbe Grundfarbe mit einer typischen hell- bis dunkelroten Streifung. Das Fruchtfleisch ist weiß und fest bei der Ernte, wird jedoch im Lager schnell weich und mehlig. Der sortentypische Geschmack der ‚Steirischen Schafsnase‘ ist süßsäuerlich und aromatisch.

Die Früchte sind ab der Ernte im September genussreif und im Kühllager bis Jänner haltbar. Dieser Apfel wird aufgrund seines speziellen Aromas gerne frisch gegessen oder zu Apfelbränden verarbeitet.
 

Rafzubin / Rubinette

Die Apfelsorte ‚Rubinette‘ entstand in den 1960er Jahren in der Schweiz als Zufallssämling aus den beiden Apfelsorten ‚Golden Delicious‘ x ‚Cox Orange‘. Die Früchte sind klein bis mittelgroß, nur leicht kegelförmig und haben eine gelbgrüne Grundfarbe mit orangeroter, gestreifter Deckfarbe an der Sonnenseite. Die Früchte sind ausgesprochen saftig, haben sehr viel Zucker und gleichzeitig eine ansprechende säuerliche Würze.  Der Geschmack ist ausgesprochen aromatisch-würzig und überzeugt jeden Liebhaber von Cox-Renetten.

Die Rubinette ist eigentlich ein überaus köstlicher Tafelapfel, hat sich aber aufgrund des idealen Zucker-Säureverhältnis auch in der bäuerlichen Obstverarbeitung einen Namen gemacht. Regelmäßig werden mit Rubinetten-Verarbeitungsprodukten Siege bei Prämierungen von Säften, Mosten oder Edelbränden eingefahren. Die Reife dieser Sorte ist im September.
 
'Rubinette' ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
'Bohnapfel' ©Muster Herbert, LK Steiermark

Bohnapfel

Der ‚Bohnapfel‘ oder auch ‚Großer Rheinischer Bohnapfel‘ entstand im 18. Jahrhundert in Deutschland. Die Sorte ist sehr robust, macht sehr große Baumkronen und ist reichtragend.

Die Früchte sind mittelgroß und haben eine glatte Schale mit überwiegend gelblichgrüner Grundfarbe und einer zum Teil roten Deckfarbe, welche marmoriert bis gestreift sein kann. Das Fruchtfleisch ist grünlich, saftig und fest, mit einem säuerlichen, leicht herben Gerbstoffgeschmack und nur wenig ausgeprägtem Aroma.

Die Früchte werden heute kaum noch für den Frischkonsum verwendet. Früher wurde der Bohnapfel aufgrund seiner extrem guten Lagerfähigkeit auch als Tafelapfel bis in den Sommer genutzt. Heute wird der Bohnapfel fast ausschließlich als Kochapfel und für die Herstellung von Most und Edelbränden verwendet.
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