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Tierische Schädlinge bei Strauchbeeren

Larve des Johannisbeerglasflügler ©Wiesenhofer Manfred, LK Steiermark

Johannisbeerglasflügler

Der Johannisbeerglasflügler ist ein etwa zwei Zentimeter großer Schmetterling, dessen Raupe durch Fraß das Holz der befallenen Pflanzen schädigt.

Der Glasflügler ist von Mai bis September aktiv und kann vor allem bei schwarzen Ribiseln größere Schäden anrichten. Er kann aber auch weiße und rote Ribisel, sowie Stachelbeere befallen.

Pro Jahr entwickelt sich eine Generation, wobei die Raupe in den Trieben der befallenen Pflanzen überwintert. Wenn bei einem Befall nicht regulierend eingegriffen wird, baut sich über die Jahre ein immer stärkerer Befallsdruck auf.

Mögliche Maßnahmen sind zum einen das Entfernen und Vernichten von befallenen Trieben und die Anwendung der Verwirrmethode. Dabei werden Pheromon-Dispenser ausgebracht, welche verhindern, dass der männliche Glasflügler auf den weiblichen trifft und so eine Paarung unmöglich machen. Die Verwirrmethode ist sowohl im integrierten (konventionellen) als auch im biologischen Anbau zulässig.
 

Brombeergallmilbe

Die Brombeergallmilbe ist eine 0,2 mm große Milbe, welche Teile der Brombeerfrüchte befällt, welche darauf folgend nicht reifen und rot bleiben. Die befallenen Früchte können nicht vermarktet werden.
          
Die Milben überwintern auf der Pflanze, entweder in Fruchtmumien oder unter Knospenschuppen. Im Frühjahr während des Austriebes wandern sie wieder auf die Pflanze und saugen zunächst an Blüten und später an den Früchten. Wenn es im Vorjahr einen Befall gab, ist der EInsatz von einer Austriebsspritzung mit Öl vor der Blüte sinnvoll. Das kann sowohl im integrierten als auch im biologischen Anbau erfolgen.
 
Mit Brombeergallmilbe befallene Brombeere ©Wiesenhofer Manfred, LK Steiermark
Kirschessigfliegenlarven auf Himbeere ©Wiesenhofer Manfred, LK Steiermark

Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege wurde von Südostasien nach Europa eingeschleppt und richtet bei fast allen Weichobst-Arten massive Schäden an. Bei Strauchbeeren werden besonders Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren sowie in geringerem Ausmaß auch Aronia befallen. Die Früchte werden durch einen Befall unverkäuflich.
          
Die erwachsenen Fliegen sind ca. drei Millimeter groß und befallen frische, heranreifende Früchte. Die Eier werden von den Weibchen in die Früchte abgelegt, wo die Maden sich in weiterer Folge vom Fruchtfleisch ernähren.

Bei warmer Witterung können sich in Österreich pro Jahr in etwa 5 – 7 Generationen bilden. Eine Regulierung erfolgt einerseits mit Fallen andererseits mit Pflanzenschutzmitteln. Sowohl im integrierten (konventionellen) als auch im biologischen Anbau kommen hier die Wirkstoffe Pyrethrin und Spinosad zum Einsatz.
 

Johannisbeergallmilbe

Diese nur 0,2 Millimeter große Milbe befällt Ribisel und kann vor allem bei schwarzen Ribiseln erhebliche Schäden hervorrufen. Die Milben befallen Knospen, in denen sie sich zu Tausenden vermehren und die infolgedessen kugelförmig anschwellen. Im Frühjahr vertrocknen die Knospen und treiben nicht aus. Bei weißer und roter Ribisel schwellen die Knospen nicht an, aber vertrocknen ebenfalls im Anschluss.
         
Eine direkte Gegenmaßnahme in Form von Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich, da die Milben im Inneren der Knospen nicht erreicht werden können. Wichtig ist, dass bei einer Neupflanzung auf befallsfreies Pflanzgut geachtet wird.

​Im Winter können bei schwarzer Ribisel die runden Knospen händisch entfernt werden um den Befall zu reduzieren. Bei starkem Befall müssen ganze Anlagen gerodet werden. 
Mit Johannisbeergallmilbe befallene, kugelig angeschwollene Knospen ©Wiesenhofer Manfred, LK Steiermark
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