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Tierische Schädlinge bei Steinobst

Pflaumensägewespe ©Freiding Claudia, LK Steiermark

Pflaumensägewespe

Gemeinsam mit dem Pflaumenwickler gehört die Sägewespe zu den gefährlichsten Schädlingen bei der Zwetschke. Ohne Bekämpfung ist es möglich, dass die Pflaumensägewespe mehrere Jahre in Folge einen Totalausfall der Ernte verursacht.

Sägewespen legen während der Blüte ihre Eier ab. Die Larve zerstört in weiterer Folge die noch sehr kleinen Früchte. Die steirischen Zwetschkenbäuerinnen und -bauern überwachen den Flug mit weißen Leimtafeln. Bei Befall reicht meist eine gezielte Insektizid-Behandlung sofort nach der Blüte.


 

Pflaumenwickler

Besonders in Jahren mit trocken-warmer Sommerwitterung kann der Pflaumenwickler bei Zwetschken einen Ernteausfall von bis zu 50 Prozent verursachen (sog. wurmige Zwetschken). Spät reifende Sorten sind meist stärker betroffen. Auf eine Regulierung durch Pflanzenschutzmittel kann im Erwerbsobstbau auf keinen Fall verzichtet werden.
          
Pflaumenwicklerweibchen legen den ganzen Sommer hindurch Eier ab. Die schlüpfenden Raupen bohren sich in die Zwetschken ein. Auf großen, zusammenhängenden Flächen wird sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft zunehmend die Verwirrmethode eingesetzt.

Dabei wird kontinuierlich ein künstlich erzeugter Pflaumenwickler-Sexuallockstoff freigesetzt. In dieser Pheromonwolke finden sich Weibchen und Männchen nicht mehr zur Begattung. Zusätzlich wird bei Bedarf auch auf biologische und chemische Maßnahmen gesetzt.
 

Pflaumenwicklerlarve un reifer Zwetschke ©Waltl Karl, LK Steiermark
Schwarze Kirschenblattlaus ©Freiding Claudia, LK Steiermark

Blattläuse

Blattläuse kommen bei allen Steinobstarten vor, wobei bei Zwetschke, Pfirsich und Kirsche massive Schäden entstehen können. Die verschiedenen Blattlausarten sind auf die einzelnen Obstarten spezialisiert und müssen und werden laufend kontrolliert. Blattläuse schädigen nicht nur die Bäume, sondern sind auch gefährliche Virusüberträger.

Nicht alle Blattlausarten sind gleich gefährlich, demnach wird je nach Befall entschieden ob, und welche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Zunehmend setzten die steirischen Obstbauern auch auf den Abwascheffekt durch Seifen.
 

Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege ist der bedeutendste Schädling bei Kirsche und Weichsel, ihre Larve ist der bekannte „Wurm“ in der Kirsche. In manchen Jahren ist bei spätere reifenden Sorten ein Befall von über 50 Prozent möglich, wobei bereits geringster Befall die Ernte unverkäuflich macht.
          
Eine natürliche Regulierung von Kirschfruchtfliege ist nicht möglich. Da der Befall erst in den letzten Wochen vor der Ernte stattfindet, müssen in diesem Zeitfenster sehr gezielte Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen. Der Zuflug wird mit beleimten Gelbtafeln kontrolliert. Für den biologischen Anbau sind derzeit keine Pflanzenschutzmittel gegen Kirschfruchtfliege zugelassenen.

Kirschfruchtfliegenlarve in der Frucht ©Muster Herbert, LK Steiermark
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