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Die frisch gekrönten Apfelhoheiten Prinzessin Helene I. (links) und Königin Ulrike I. (rechts) ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Neue Apfelhoheiten für die Steiermark

Sie haben das Zepter im Apfelland in der Hand. Die Steiermark bekommt neue Apfelhoheiten. Königin Ulrike I. und Prinzessin Helene I. werden in den kommenden zwei Jahren Botschafterinnen für die steirischen Äpfel sein und für diese gesunden, heimischen Früchte kräftig die Werbetrommel rühren. Organisiert haben die Wahl der Apfelhoheiten die Landwirtschaftskammer und der Verband Steirischer Erwerbsobstbauern mit Unterstützung der Obst-Vermarktungsorganisationen.

Die Wahl. Um dieses majestätische Amt ausführen zu können, unterziehen sich die Kandidatinnen einer Wahl. Sie müssen von einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Obstbau kommen. Wichtige Kriterien bei der Wahl sind: Kommunikationsfähigkeit, fachliche Kompetenz, Allgemeinbildung und charmante Ausstrahlung.
 
Königin Ulrike I. heißt mit bürgerlichem Namen Ulrike Kreimer und kommt aus St. Ruprecht/Raab im Bezirk Weiz. Die 26-jährige HLW-Absolventin kommt von einem Obstbaubetrieb, hat an der Karl-Franzens-Universität Graz Spanisch und Italienisch studiert und Erfahrungen in der internationalen und nationalen Gastronomie gesammelt. Die neue Apfelkönigin ist auch landwirtschaftliche Facharbeiterin und arbeitet am elterlichen Obstbaubetrieb in St. Ruprecht – eine vielseitig ausgebildete Obstbäuerin und perfekte Botschafterin für den steirischen Apfel. Apfelmajestät Ulrike I über ihre künftige Aufgabe: „Ich freue mich schon auf die ersten Auftritte. Ich werde alles geben, um den steirischen Apfelproduzentinnen und Apfelproduzenten ein nationales und internationales Profil zu verleihen.“
 
Prinzessin Helene I. kommt vom Bio-Obstbaubetrieb Fattinger aus Stübing/Deutschfeistritz. Die 20-jährige Absolventin der Höheren Lehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Graz-Eggenberg wird ab Herbst den Aufbaulehrgang im Bildungszentrum Silberberg besuchen. Derzeit arbeitet Helene am elterlichen Obstbaubetrieb und verbringt ihre Freizeit mit Fotografie, Wandern, Sport und Reisen. Die künftige Apfelprinzessin freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben und wird den steirischen Obstbau engagiert vertreten: „Äpfel sind wertvoll und sehr gesund. Diese Vorzüge werde ich mit großer Leidenschaft der Bevölkerung und den Obstliebhabern vermitteln.“

Menschen & Obstbau

In der Steiermark liegt der Obstbau in den Händen von Familienbetrieben, die im Durchschnitt eine Obstfläche von rund drei Hektar bewirtschaften. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig. Geprägt ist diese Form der Obstwirtschaft von dem Gedanken der Nachhaltigkeit und dem Willen die Ressource Boden und die Natur zu schonen.

Die steirischen Obstbäuerinnen und Obstbauern können sich nur durch harte Arbeit und das Produzieren von bester Qualität behaupten. Auch zeichnet sie seit jeher ihre enorme Innovationskraft aus.

Die Steirische Obstwirtschaft unterliegt einer ständigen Modernisierung. Gerade der Klimawandel und die laufende Einschleppung neuer Krankheiten und Schädlingen stellt die Sparte vor großen Herausforderungen. Zahlreiche junge Landwirtinnen und Landwirte sehen aber die Chancen und versuchen mit innovativen Ideen den Obstbau zukunftssicher zu machen.
 
Steirische Obstgärten im Frühling ©Muster Herbert, LK Steiermark
Steirische Erdbeeren ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark

Obst & Ernährung

Obst ist fester Bestandteil der Ernährung der österreichischen Bevölkerung und auch der traditionellen österreichischen Küche. So gibt es für nahezu jede Obstart tolle Rezepte, die von Apfelstrudel bis Zwetschkenröster reichen.

Obst findet nicht nur pur, sondern auch in Form von verarbeiteten Produkten, wie Pfirsichnektar, Erdbeermarmelade, Birnenbrand und vieles mehr, seinen Platz in der Ernährung und bietet darüber hinaus noch wahren Genuss.

Obst enthält von Natur aus viele verschiedene Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die für die menschliche Ernährung und den Erhalt der Gesundheit essentiell sind. Besonders nährstoffreich ist frisches, unverarbeitetes Obst. Zusätzlich enthalten viele Obstsorten sekundäre Pflanzenstoffe, wie zum Beispiel Anthocyane, welchen gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen werden.

Vielfalt & Biodiversität

Obstbauflächen haben aufgrund ihrer Struktur verschiedene Lebensräume an einem Standort vereint. Man findet neben Bäumen und Sträuchern, auch Säume und offene Bereiche. Durch diese Vielfalt an unterschiedlichen Strukturen kann sich eine hohe Artenvielfalt ansiedeln.

Durch nützlingsfördernde Maßnahmen wie zum Beispiel das Aufstellen von Insektenhotels, das Anlegen von Blühstreifen oder das Anbringen von Brutkästen unterstützen die Obstbäuerinnen und Obstbauern die Biodiversität zusätzlich in ihren Anlagen.

Dadurch, dass die meisten Obstanlagen 15 bis 25 Jahre lang bestehen und sich in dieser Zeit ihre Struktur kaum verändert, bieten sie einen Rückzugsort und Lebensraum für verschiedenste Arten.
Nützlingshotel für Insekten inmitten einer Kirschenanlage ©Kleinschuster Anna, LK Steiermark
Obsternte in vergangenen Zeiten, Puch bei Weiz ©Familie Knaller, Privat

Geschichte & Klima

Der Obstbau in der Steiermark hat eine lange Tradition. Schon während der Römerzeit wurden Obstgehölze in der Steiermark kultiviert und erste urkundliche Aufzeichnungen über steirische Obstgärten gibt es aus dem Jahr 1074.

Während der österreich-ungarischen Monarchie wurde steirisches Obst, das bereits für seine Qualität bekannt war in verschiedene Länder exportiert, unter anderem an den Hof des russischen Zaren.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Verband Steirischer Erwerbsobstbauern gegründet, der heutige Dachverband des steirischen Obstbaus. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Steiermark und dem Land Steiermark wurde die Modernisierung des Obstbaus vorangetrieben.

Die enorme Vielfalt und der hohe Qualitäststandard des steirischen Obstbaus beruht auf dem idealen Obstbauklima, den topographischen Vorteilen und dem enorm hohen Ausbildungsniveau der steirischen Obstbäuerinnen und Obstbauern.
 

Im Süden und Südosten der Steiermark herrscht warmes Obstbauklima, man spricht auch vom Mais-Wein-Klima, mit einer Seehöhe unterhalb von 350 Metern und einer Jahresdurchschnittstemperatur über 10 °C. Die höher gelegenen Hanglagen, mit etwas geringeren Temperaturen bieten besonders günstige Voraussetzungen für den Anbau von Kern- und Steinobst. Dort kann die kalte Luft abfließen und starke Tag-Nacht Temperaturschwankungen im Herbst begünstigen die Aromaausbildung der Früchte.

Das Klima insgesamt ist geprägt von ausreichend natürlichem Niederschlag, strengen Winterfrösten, heißen Sommern und wenig Wind. Die Nähe zu den Bergen bewirkt in der Steiermark ein enorm hohes Hagelrisiko, wodurch in der Steiermark schon sehr früh Hagelnetze zum Schutz von Tafelobst-Kulturen errichtet wurden.  

Im Winter sind es meist nur wenige Tage mit Temperaturen unter minus 15°C, die den Anbau sehr frostempfindlicher Obstarten begrenzen. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen je nach Region zwischen 600 und 1000 mm, leider sind in den letzten Jahren Starkregenereignisse und längere Trockenphasen im Sommer häufiger geworden.